Echte Frühförderung kommt von Herzen

In der „Presse“ vom 3. Januar 2012 schreibt Kurt Scholz einen
wunderbaren Artikel, der uns allen aus der Seele spricht.

Wir alle können Götter sein,
wenn wir mit Kindern spielen

Wer in diesem Jahr mehr Früh- und Lernförderung für den Nachwuchs will, sollte vor allem eines tun: mit Kindern spielen. Dazu braucht es kein staatliches Schulsystem und es kostet nur eines – Zeit.

Immer zu Jahresbeginn versucht die Politik, dem neuen Jahr ein Motto zu unterschieben. So hat man für 2011 vollmundig ein „Jahr der Bildung“ versprochen, aus dem leider nur Eulenspiegeleien und Scheinlösungen geworden sind. Vielleicht sollte man heuer nicht das Blaue vom Himmel versprechen, sondern nur Ziele ansprechen, die jeder mehr oder weniger selbst verwirklichen kann.

Ich fände es etwa spannend, aus 2012 ein „Jahr des Spielens“ zu machen. Das Spiel kommt in der Bildungsdiskussion kaum mehr vor. Es ist auf dem Rückzug, dabei ist das Spiel der Baustein des Lebens, nicht die inflationären Bildungsvergleiche. Spielend entwickelt sich die Motorik des Kindes, sein Denken und Verhalten. Wenn Schiller in den „Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen“ sagt, dass „der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt“, dann gilt das erst recht für das Kind.

Nur wer spielt lernt Regeln und Selbstvertrauen, und Kinder benötigen dazu erstaunlich wenig. Wenn wir im Wiener Kunsthistorischen Museum das Gemälde von Pieter Bruegel d. Ä. mit den Kinderspielen sehen, sehen wir, dass Kindern das, was vor 450 Jahren Spaß gemacht hat, noch heute gefällt: Bei Bruegel spielen die Kleinen fangen, Blindekuh, verkleiden sich und haben mit Pölstern, Würfeln, Kugeln, Reifen und Alltagsgegenständen einen Heidenspaß. Nirgendwo ist die Aufsicht eines Erwachsenen zu sehen.

Glaubt man dem heutigen Bildungsdiskurs, dann benötigen Kinder unbedingt ausgeklügelte Lernspiele und staatliche Frühförderung, um nicht Idioten zu werden. Dabei ist das Spiel die beste Lernförderung, die einfachste auch.
Kinder brauchen eine Wiese, Wasser und einen Ball.
Auch Schmutz ist attraktiv (und stärkt das Immunsystem): Eine Regenlache oder die überschwemmte Sandkiste macht Kindern mehr Freude als ein Frühförderprogramm.

So gesehen ist es ein seltsames Zeichen, wenn Kinder heute immer mehr coole Games geschenkt bekommen, bei denen sie allein bleiben: als Egoshooter am Computer oder vor dem DVD-Spieler, den sie selbstständig bedienen sollen. Dass sie dabei nicht einmal mehr selbst lachen müssen, hat kürzlich der ebenso geistvolle wie amüsant zu lesende Wiener Philosoph Robert Pfaller angemerkt: Das „Konservengelächter“ der Sitcoms lacht an unserer Stelle. Wir fühlen uns so, als ob das aufgezeichnete Lachen unser eigenes gewesen wäre – Interpassivität statt Interaktivität.

Kinder wollen keinen Frühförderstress, sondern einen Menschen mit einem Ball. Beim Hin- und Herwerfen imitieren sie die Bewegung des erfahreneren Spielers, sehen, dass es nur klappt, wenn sich beide bemühen müssen, freuen sich über die wachsende Geschicklichkeit und werden umso selbstbewusster, je besser sie das Werfen und Fangen beherrschen. Sie lernen, dass Unachtsamkeit das Spiel unterbricht und der Ball von dem, der ihn verworfen hat, wieder geholt werden sollte. Alles Regeln des Spiels und Regeln des Lebens.

Laut der griechischen Mythologie sollen es die Götter gewesen sein, die das Spiel erfunden haben. Hermes den Würfel, Palamedes der Sage nach das Schach. Spiele dienen der Fantasie, dem Wettkampf, der Illusion und Information, dem Regelerwerb, der Angstbewältigung und der Freude. Wir alle können Götter sein, wenn wir mit Kindern spielen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Selbst ist die Bildung


Was man lernt, wie und wo und vor allem, wozu …
es braucht Eigeninitiative, um diese Fragen zu stellen
und um sie zu beantworten.

Ein aufschlußreicher Artikel auf Telepolis beschäftigt sich mit dem Ausmaß,
in dem Eigeninitiative im privaten Hochschulsektor zu erstaunlichem Zuwachs
bei Institutionen und Studenten führt.


„Die Abwanderung aus dem staatlichen Bildungssystem geht weiter. Seit 2000 hat sich nicht nur die Anzahl der privaten Hochschulen, sondern auch die ihrer Studierenden vervielfacht

Our goal is to prepare the leaders of tomorrow
to responsibly meet global challenges.

Diesen markigen Leitsatz könnte man einer us-amerikanischen Elite-Universität zuordnen. Er steht allerdings über der „Philosophy“ der Jacobs University in Bremen, die sich ganz unvoreingenommen als „highly selective“ präsentiert.

In den Bachelor-Programmen sind derzeit 677 Studierende eingeschrieben. Die Studiengebühren liegen nach Angaben der Hochschule bei 20.000 € pro Studienjahr. Dazu kommen Kosten für Unterbringung und Verpflegung in Höhe von 500 € im Monat. Die Gründung einer privaten Hochschule kann sich lohnen.

Folgerichtig registriert der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in einer aktuellen Studie einen „Gründungsboom privater Hochschulen“. Zwischen 2000 und 2008 blieb die Zahl der staatlichen (266) und kirchlichen (38) Hochschulen gleich, während 49 private neu hinzukamen. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der Studierenden von 25.000 auf 85.000.    … „

Link zum vollständigen Originaltext
(Thorsten Stegemann, Heise.de, 17.10.2011) 

Im privaten Bildungsbereich, egal ob Oberstufe oder Hochschule, ist man nun mal schnell bei Jahreskosten von (deutlich) über 15.000 EUR angelangt. Zwischen den hellen Köpfen der Jungen und der finanziellen Schmerzgrenze der Eltern gibt’s ein Spannungsfeld, das nach innovativen Lösungen verlangt: eine gute Gesprächsbasis zwischen Parental Pal Partnerfamilien hat schon viele kleine und größere Wunder gewirkt (und so manchen Bildungskredit unnötig gemacht) !


Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

E-Learning auf Österreichisch

Österreich als Avantgarde beim eLearning

In der Alpenrepublik entstand ein Lehrbuch abseits von traditionellen akademischen Arbeitsweisen

Sandra Schön von der Forschungsgesellschaft Salzburg Research und Martin Ebner von der Technischen Universität Graz haben ein Lehrbuch zum eLearning herausgegeben, das nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Herkunft Neues bietet. Anders als andere akademische Werke entstand das „Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien“ (L3T) nicht durch Alleinautoren, die Leistungen Dritter mit mehr oder wenigerAufwand umformulieren, sondern durch die Internet-Zusammenarbeit von 115 Autoren und über 80 Gutachtern – also in einer Arbeitsweise, wie man sie bisher vorwiegend von Open-Source-Software oder der englischsprachigen Wikipedia kannte.

Allerdings sind die Beiträger nicht überwiegend anonym, sondern durchaus namhafte Experten wie die Münchener Pädagogikprofessorin Gabi Reinmann und der Hamburger Professor Rolf Schulmeister. Neben der kostenlosen Online-Ausgabe gibt es das Lehrbuch als App und ab Mai auch als gedrucktes Buch. Für dessen Finanzierung experimentiert man mit Crowdfunding via Flattr und werbenden Sponsoren – Modellen, die Ebner als potenziell zukunftsträchtig für das Publizieren von Open-Access-Material ansieht.

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Rudolf Steiner, ein Jubiläum

Rudolf Steiner

1861 bis 1925

Am 27. Februar 1861 wurde Rudolf Steiner als Sohn eines Telegraphisten bei der österreichischen Südbahn in Kraljevec geboren. Mit 18 begann er in Wien an der Technischen Hochschule zu studieren. Er belegte zunächst die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, konzentrierte sich dann aber verstärkt auf Philosophie. Mit 29 Jahren begann er in Weimar im Goethe-Schiller-Archiv zu arbeiten. Es erschien sein Buch „Die Philosophie der Freiheit“, Steiner begann seine Vortragstätigkeit und lernte Menschen wie Hermann Grimm und Friedrich Nietzsche kennen.
Steiner ging nach Berlin, wo er ein Literaturmagazin herausgab und Lehrer in einer Arbeiter-Bildungsschule war. Als Vorsitzender des Kreises „Die Kommenden“ traf er wöchentlich mit Vertretern der Kunst- und Kulturszene zusammen. 1913 gründete er seine Anthroposophische Gesellschaft, die Bereichen wie Medizin, Landwirtschaft, Kunst und Politik neue Impulse gab.

Mit neuen Biografien und einer Ausstellung wird heuer der 150. Geburtstag des Philosophen Rudolf Steiner begangen. Mit seinen Lehren war der Pädagoge einer der einflussreichsten Reformer des 20. Jahrhunderts.

Alternative zum derzeitigen Schulsystem

Steiner selbst las mit 16 Kant, studierte Naturwissenschaften, belegte Vorlesungen in Philosophie, Literatur, Geschichte. 1919 gründete er für die Arbeiterkinder der Stuttgarter Zigarrenfabrik Waldorf-Astoria die erste so genannte Waldorfschule. Heute berufen sich mehr als 1.000 Schulen weltweit auf die Thesen von Rudolf Steiner. In Zeiten von Pisa und Leistungsstress werden seine Theorien immer wieder als eine Alternative zum herkömmlichen Schulsystem genannt.
Seine Vision: Obwohl er in eine Zeit geboren wurde, in der Kinder früh arbeiten und damit erwachsen sein mussten, war es ihm wichtig, jedes Kind als Individuum zu begreifen.

Weltanschauung prägt Alltag

Befürworter des Schulsystems schätzen, dass die Kinder lernen, nach dem Sinn zu fragen, selbstbewusst zu sein, aber auch sozial, demütig und dankbar für das Leben. Gegner verurteilen die „Kuschelpädagogik“, die den Schülern eine heile Welt vorgaukelt, eine Welt ohne Sitzenbleiben und Noten. Steiner beeinflusste aber auch ganz andere Lebensbereiche: Als in den 1920er Jahren die Massenproduktion von Nahrungsmitteln begann, setzte er neue Impulse und entwickelt die Idee der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Damals gründete er das Arzneimittel- und Naturkosmetikunternehmen Weleda. Seine Weltanschauung prägten den Alltag von der Kunst über die Architektur bis zur Ganzheitsmedizin.

 

Original Artikel: ORF 23. 02. 2011 (Link)

Webtipp:
150 Jahre Rudolf Steiner 2011
http://www.rudolf-steiner-2011.com


Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Bildung verhindert Verbrechen


Es ist eine beeindruckende Zahl: 416 Morde und Fälle von Totschlag ließen sich Forschern zufolge in Deutschland jährlich verhindern, wenn es gelänge, die Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss zu halbieren. Dazu kämen noch knapp 13.500 Raubüberfälle und Erpressungen sowie fast 320.000 Diebstähle weniger.

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung haben die beiden Wirtschaftswissenschaftler Horst Entorf und Philip Sieger von der Universität Frankfurt am Main den Zusammenhang zwischen mangelhafter Schulbildung und Kriminalität unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist eine Studie, die sie diese Woche in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert haben.

Dass ein Zusammenhang zwischen Schulbildung und Verbrecherkarriere besteht, stand für die Forscher dabei außer Frage. Ein Blick in deutsche Gefängnisse genügt: Dort haben 15 Prozent der Insassen nicht einmal einen Hauptschulabschluss, unter Gewaltverbrechern und Dieben gilt dies sogar für jeden Vierten. Nimmt man die Gesamtzahl deutscher Erwachsener, sind es dagegen nur 3,6 Prozent.

Suche nach Kausalität

Die entscheidende Frage allerdings war: Besteht ein kausaler Zusammenhang zwischen der unzureichenden Bildung und dem Abdriften ins Verbrechermilieu? Denn nur dann wäre erwiesen, dass Bildung tatsächlich eine Stellschraube ist, mit deren Hilfe sich Verbrechen verhindern ließen. Und tatsächlich: Mit der Studie aus Frankfurt ist es zum ersten Mal gelungen, diese Kausalität für Deutschland zu belegen.

Dazu haben die Wissenschaftler 1.771 Häftlinge sowie eine Kontrollgruppe von 1.193 Menschen ohne einschlägige Vorgeschichte befragt und die Ergebnisse mit Daten der Kriminalitätsstatistik verglichen. Mit Hilfe komplizierter statistischer Messverfahren konnten sie nun verschiedene Faktoren festmachen, die eine kriminelle Laufbahn begünstigen.

So stellten die Forscher fest, dass in besonderem Maße Vorstrafen im Elternhaus dazu führten, dass auch die Kinder straffällig wurden. Eine Scheidung der Eltern wirkt sich demnach ebenfalls negativ aus; und – zur Überraschung der Wissenschaftler – verstärkt sogar Konfessionslosigkeit die Neigung zu kriminellem Handeln. Verbrechenshemmend wiederum wirken Ehen.

Fehlender Schulabschluss erhöht Risiko

Das Augenmerk der Untersuchung lag jedoch auf den Bildungseinflüssen. Hier schlug der fehlende Hauptschulabschluss besonders stark zu Buche. Um zehn Prozent höher war bei den Schulabgängern ohne Schulabschluss die Wahrscheinlichkeit, wegen eines Verbrechens verurteilt zu werden. Und genau das ist der Punkt, bei dem die Bertelsmann Stiftung ansetzen will. Denn der Bildungsfaktor ist derjenige, auf den die Gesellschaft am ehesten Einfluss nehmen kann.

Einen kleinen Haken freilich hat die Sache: Man müsste erst einmal die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss halbieren. Wäre ein so ambitioniertes Ziel mit politischen Maßnahmen überhaupt zu erreichen? Das vermag auch die Frankfurter Studie nicht zu beantworten. Doch natürlich würde sich auch eine niedrigere Reduzierung dieser Zahl schon positiv in der Kriminalitätsstatistik bemerkbar machen.

Lehrer statt Polizisten?

„Die spannende Frage wäre“, sagt Jörg Dräger, der im Vorstand der Stiftung für Bildung zuständig ist, „wie viele Polizisten ich brauche, um 416 Morde zu verhindern – und wie viele Lehrer.“ Für ihn ist klar: „Unser Bildungssystem lässt viel zu viele Schüler scheitern.“ Einen Lösungsansatz sieht der ehemalige Hamburger Wissenschaftssenator daher in einem stärkeren Fokus auf das gemeinsame Lernen. Den Hebel müsse man bei Förder- und Brennpunktschulen ansetzen und Sonderschüler in einen reformierten Regelschulbetrieb integrieren. Zahlreiche Studien hätten längst belegt, dass das gemeinsame Lernen stärkeren Schülern nicht schade, schwächeren aber helfe.

Die Bertelsmann Stiftung hat es sich schon seit längerem zum Ziel gesetzt, die Folgekosten schlechter Bildung zu beziffern. So veröffentlichte sie vor gut einem Jahr das Ergebnis einer Studie, wonach sich die Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum innerhalb der kommenden 80 Jahre auf stattliche 2,8 Billionen Euro summierten.

Die jetzt vorgelegte Studie ist ein weiterer Baustein des Bertelsmann-Projekts. Deshalb wurden Entorf und Sieger gebeten, das Ergebnis auch noch einmal in Euro zu beziffern: Auf 1,419 Milliarden Euro, so das Fazit, beliefen sich die vermeidbaren „Kriminalitätskosten“ im Jahr – nach konservativen Berechnungen. „Ich könnte auf diese Eurobeträge gut verzichten“, sagte Wissenschaftler Entorf: „Aber Politiker kann man damit besser überzeugen.“

Von Dominik Baur/dapd  -  Originalartikel ORF.at SCIENCE

1 Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Recruit a Parent


Karin Bauer/DER STANDARD; Printausgabe, 29./30.1.2011:

Angst vor der Mutter


In Österreich, wo 49 Prozent der Firmen Neueinstellungen planen,

wollen nur 27 Prozent Frauen mit Kind aufnehmen

„Glaubt man der jüngsten Studie des Bürospezialisten Regus (www. regus. at), dann fürchten sich Bosse vor Müttern: Weltweit sei 2011 die Bereitschaft, Mütter einzustellen, um ein Fünftel zurückgegangen, heißt es da. In Österreich, wo 49 Prozent der Firmen Neueinstellungen planen, wollen nur 27 Prozent Frauen mit Kind aufnehmen.

Wie offen die weltweit 15.000 Firmen da geantwortet haben! Als Hauptgrund für die Bevorzugung Kinderloser wird die Sorge genannt, diese Mütter könnten bald wieder gehen, weil sie erneut schwanger werden, und/oder sie könnten den derzeitigen Herausforderungen nicht entsprechen.

Da werden Fantasien, da werden Vorurteile und Klischees zu Wirklichkeiten vermanagt, an denen Unternehmen zerbrechen werden. Durch Konsumentinnen und Mütter.“

……
Was hier helfen kann:

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Intelligenztest per Hirnscan

Intelligenztest per Hirnscan !!!

Intelligenztest per Hirnscan ???

Kann man Schüler bald vorab für eine Schulform einteilen?
Der direkte Blick ins Gehirn verrät, was ein Mensch gelernt
hat und zu welchen Lernleistungen er überhaupt fähig ist.

Matthias Gräbner schreibt in einem Heise Artikel vom 28. Jan.:

„Die Gedanken sind mein, wer kann sie erraten?“
Für die eigentlich nicht als Frage gemeinte Liedzeile finden Forscher in jüngster Zeit erstaunlich viele Antworten. Meist haben sie mit einer Technologie zu tun, die schon seit längerem unter anderem zur Untersuchung der Hirnstruktur Einsatz findet: der funktionalen Magnetresonanztomografie (fMRT), die die Aktivitätsmuster im Gehirn anhand seiner Versorgung über die Gefäße über die Zeitachse aufzeichnet.

Erst in dieser Woche haben chinesische Forscher ein Paper in den Veröffentlichungen der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) untergebracht, das eigentlich viele Eltern interessieren müsste: Denn es beantwortet die Frage, wie gut ein Kind eine zweite (oder gar dritte) Fremdsprache erlernen kann. Soll ich meinen Sohn vielleicht doch lieber auf den technischen Zweig des Gymnasiums schicken? Und kann er vielleicht gar nichts dafür, wenn er in den Vokabelkontrollen dauernd schlechte Noten erhält?

Das chinesische Forscherteam untersuchte zehnjährige Schüler, die zunächst noch nicht gut Englisch sprechen konnten, unter dem MRT. Ein Jahr Englisch-Unterricht später wurde die Aufnahme wiederholt – dabei zeigte sich, dass die Hirnaktivität in bestimmten Bereichen mit dem Lernerfolg parallel geht. Theoretisch hätte es genügt, die Kinder vor dem Beginn des Sprachunterrichts zu untersuchen – um sie dann zum Beispiel je nach Potenzial in Klassen einzuteilen.

Muster für den Lernerfolg…

Eine seltsame Vorstellung? Die Arbeit der Chinesen ist bei weitem nicht die erste auf diesem Gebiet. Erst in der vergangenen Woche hat ein Team der University of Illinois erfolgreich vorhersagen können, wie gut der Inhaber eines auf bestimmte Weise strukturierten Gehirns wohl beim Erlernen einer bestimmten Aufgabe abschneiden wird. Die Forscher wählten als konkretes Beispiel ein Computerspiel, sehen ihre Ergebnisse jedoch als übertragbar auf eine Vielzahl anderer Aufgaben. Ihnen fiel dabei auf, dass sich im fMRT vor allem in der Aktivität der Basalganglien statistisch signifikant spezifische Muster ausmachen lassen, die den Lernerfolg voraussagen. Eine daraus abgeleitete Diagnose, meinen die Wissenschaftler, sei sehr kostengünstig zu erstellen.

Forscher der Oregon Health & Science University haben einen Index entwickelt, der den Reifegrad des menschlichen Gehirns beschreibt. Eingeordnet werden die Probanden hier mit Hilfe einer mathematischen Analyse ihrer per MRT erfassten Gehirnstruktur. Dabei geht es vor allem darum, wie komplex die feinen Verknüpfungen sind. Die Wissenschaftler wollen damit die Diagnostik von Entwicklungsstörungen verbessern und Beschwerden wie ADHS auf die Spur kommen – aber natürlich ließe sich das Verfahren auch nutzen, um generell die Schulfähigkeit von Kindern zu beurteilen.

…direkt im Gehirn ablesen?

Ende 2009 haben Wissenschaftler der Washington University School of Medicine ebenfalls in PNAS ein Verfahren veröffentlicht, mit dem sich im Nachhinein für eine bestimmte Aufgabe der tatsächliche Lernerfolg bestimmen lässt.

Die Forscher haben sich dazu die spontane Aktivität des Gehirns mit Hilfe von fMRT-Scans genauer angesehen. Während sie im Grundzustand eher chaotischer Natur ist, ergeben sich nach einem Lernprozess plötzlich Korrelationen: Zwei Zentren, die vorher unabhängig voneinander Aktivität zeigten, wurden nach erfolgreichem Lernen plötzlich nur noch abwechselnd aktiv. Kann man womöglich bald auf die Leistungskontrolle durch Schulaufgaben verzichten und den Lernerfolg direkt im Gehirn ablesen?

Eine Arbeit israelischer Forscher ist hingegen eher für ältere Menschen wichtig: Die Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, die Gedächtniskapazität des Denkorgans zu überprüfen. Sie nutzen dazu eine Methode namens Diffusions-Imaging-MRT, mit der sich die Plastizität der Gehirns besonders gut darstellen lässt. Diese lässt oft schon nach, bevor noch die ersten Symptome einer Alzheimer-Krankheit zu bemerken sind.

Click zum Original Artikel !!!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Der Ameisenhaufen des internationalen Flugverkehrs

24 Stunden Flugverkehr auf der ganzen Welt, aufgenommen von einem Satelliten und komprimiert auf eine Minute. Wunderschön zu sehen ist, wie sich das Tageslicht sich über den Planeten schiebt – und der Flugverkehr mit ihm. Eine interessante Ergänzung Ihrer persönlichen Sammlung globaler Aspekte!


 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Optimismus ! 2011 kann kommen.

Zum TED Video von Matt Ridley im engl. ParentalPal weblog (Prädikat sehenswert !) gibt es einen lesenswerten Artikel im Schweizer „Das Magazin“:

Ein Gespräch mit dem notorisch zuversichtlichen Matt Ridley

DAS MAGAZIN: Mr Ridley, Ihr Buch heisst «The Rational Optimist». Was ist das, rationaler Optimismus?

MATT RIDLEY: Ich bezeichne mich als rationalen Optimisten, weil ich nicht aufgrund meines Charakters oder Temperaments zu dieser Position gelangt bin. Ich habe mir Fakten angeschaut, Zahlen, Statistiken, Studien, Geschichtsbücher, gesichertes Wissen. Und diese Fakten sprechen eine klare Sprache. Die Geschichte der Menschheit, von ihren Anfängen in der afrikanischen Savanne bis zur Gegenwart, ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte, und es gibt keinen Grund, warum sie, wie so viele Pessimisten uns glauben machen wollen, nun zu Ende gehen sollte. Ich zitiere in meinem Buch den englischen Politiker und Historiker Thomas B. Macaulay, der schon Mitte des 19. Jahrhunderts eine Frage stellte, auf welche die Schwarzmaler aller Zeiten keine Antwort haben: Warum sehen wir, wenn wir zurückblicken, nichts ausser Fortschritt und Verbesserungen, erwarten aber von der Zukunft immer nur den Niedergang?

… zum Artikel und dem vollständigen Interview


Erfreuliche Lesezeiten und gute Aussichten!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Wie die Zukunft aussehen soll

- dazu gibt es eine ganze Menge von Szenarien.

Zwei Aspekte möchten wir hier vorstellen:

 

Vision 2050: Klick zum Artikel im Standard (deutsch)!

 

Die „überwältigende Chance“, dass neun Milliarden Menschen 2050 gut und im Einklang mit den begrenzten Ressourcen der Erde leben können, hat das World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), ein von Unternehmensvorständen geleiteter Zusammenschluss von 200 internationalen Unternehmen für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, zum Arbeitspapier „Vision 2050″ motiviert.
…  Das Ziel, die Vision: Wachstum durch vernünftige Nutzung erneuerbarer Energien, auf Basis der Wiederverwertung nicht erneuerbarer Ressourcen, ein gutes Leben für neun Mrd. Menschen – gut im Sinne eines Lebensstandards, in dem Bildung, Gesundheit, Mobilität, Wasser, Energie, Wohnraum und Konsumgüter für alle zugänglich und leistbar sind. Dies im Einklang mit den Ressourcen, der Artenvielfalt der Erde.
Link zum Kommentar auf Deutsch,
Link zum WBCSD (nur in Englisch verfügbar).

Und ein weitere Aspekt: die Energieversorgung und die Visionen,
die damit für 2050 verbunden sind:


Zum Video gibt es einen erläuternden Artikel bei Utopia:

Utopia Magazin: Europa mit 100% erneuerbarer Energie im Jahr 2050 !

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized